Neben der Motorunterstützung schätze ich die technischen Features beim VanMoof S3. Über die App können verschiedene Unterstützungsstufen ausgewählt und die Schaltmomente verändert werden.  Das reicht aber nicht allen Fahrerinnen und Fahrern – und so veröffentlichte ein Niederländer die App Moofer, die versteckte Funktionen freischaltet und das Fahren noch angenehmer gestalten soll.

Hinweis / Disclaimer

Die App nutzt Schnittstellen, die eigentlich nur für Entwicklerinnen und Entwickler bereitstehen. So können Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden. VanMoof rät von der Nutzung ab, da die Leistung der Komponenten (Akku, Motor, Schaltung) beeinflusst wird. Außerdem darf auf einem VanMoof (wie auch jedem anderen E-Bike) nicht schneller als 25km/h auf öffentlichen Straßen gefahren werden.

Funktionsumfang

Auf Reddit meldete sich der Entwickler zu Beginn des Jahres und stellte eine Beta-Version der App Moofer vor. Seitdem gab es bereits einige Updates, die spannende Anpassungen erlauben:

  • Smart Speed kontrolliert die Motorunterstützung auf Basis der Durchschnittsgeschwindigkeit. So soll die Fahrweise interpretiert werden, um den manuellen Wechsel der Unterstützung zu verhindern.
  • Es lässt sich eine fünfte Unterstützungsstufe aktivieren, die dem Boost-Button entspricht. Also durchgehend auf voller Leistung beschleunigt – was Spaß macht, aber auch ordentlich den Akku und Motor beansprucht.
  • Es lassen sich Änderungen an der Regionseinstellung vornehmen. Dies wurde erst vor wenigen Monaten durch VanMoof verhindert, da ein E-Bike in Deutschland nicht mehr als 25km/h fahren darf – und auch keine entsprechende Option in der App zugänglich sein darf. Mit Moofer lässt sich der Motor auf bis zu 37km/h beschleunigen. Somit erlischt aber auch die Straßenzulassung.
  • Das VanMoof S3 hat eine Automatikschaltung, die nicht immer das tut, was sie soll. Über die App lässt sich das manuelle Schalten aktivieren. Über die Buttons am Lenker kann dann hoch- und runtergeschaltet werden.
  • Außerdem sind auch alle bekannten Funktionen (Sounds, Licht, etc.) der VanMoof App zugänglich.

Geplante Funktionen

Damit aber nicht genug. Der Entwickler plant noch weitere Funktionen, die den Fahrspaß steigern sollen. Die Unterstützung soll dynamisch über KI-Algorithmen angepasst werden. Der Lautsprecher soll für eine Navigation genutzt werden können. Und die App soll über GPS Strecken aufzeichnen.

Fazit

Ich finde es spannend, wie immer wieder Wege gesucht werden, um alle Funktionen von Gadgets zugänglich zu machen. Was beim iPhone schon immer ein Wettlauf zwischen Entwickler und Apple war (Jailbreak), könnte hier auch passieren. Denn VanMoof hat sicher Gründe, weshalb die Funktionen momentan nicht öffentlich zugänglich sind.

Viel kritischer sehe ich die Gefahr für Fahrerinnen, Fahrer und deren Umfeld. Es hat einen Grund, dass 25km/h das Limit in Deutschland ist. Wenige Radwege, rücksichtslose Verkehrsteilnehmer und die Gefahr der Selbstüberschätzung. Mit 37km/h durch Städte zu fahren, kann schnell übel enden.

Somit bewegt sich die App Moofer in einer rechtliche Grauzone, die aber gut aufzeigt, was Fans wollen: Immer wieder neue Funktionen. Jetzt auch bei E-Bikes.

Die App gibt es im Apple App Store und im Google Play Store. Sie kostet 5,50€.


Titelbild-Quelle: Hiroshi Kimura | Unsplash