Mit dem Roller zum Flughafen? Das könnte Stromberg auch so entsetzt fragen wie er fragt, was denn ein Hund im Büro zu suchen hat. Klappt aber gerade in Hamburg mit dem relativ zentralen Helmut Schmidt Flughafen erstaunlich gut - sogar mit Handgepäck.

Auch wenn ich in der Stadt gerne elektrisch und umweltfreundlich unterwegs bin, so reise ich doch sehr gerne und relativ häufig. Meist zieht es mich dann in die Ferne und Flughäfen & Flugzeuge üben noch immer eine große Faszination auf mich aus. So kommt es doch, dass ich alle paar Wochen zum Flughafen unterwegs bin. Mangels Auto ist für mich zumindest bei Sonnenschein die Fahrt mit dem Roller ein entspannter und schöner Weg, um in den Urlaub zu starten.

1) Mit oder ohne Handgepäck?

In den Fußraum des Unu Classic Rollers passt ein Handgepäckkoffer im üblichen und zugelassenen Maß (55 x 40 x 20 cm H/B/T) ziemlich genau. Der Koffer hat links und rechts genug Luft, nach vorne und hinten kann er durch die Lenksäule und den Sitz nicht verrutschen. In der Höhe ist das Lenken auch nicht eingeschränkt, da der Koffer klein genug ist.

Für den gesetzlichen Rahmen und die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) muss sichergestellt sein, dass keine Überladung eines Fahrzeugs erfolgt, jegliche Ladung ausreichend gesichert ist und es keine Einschränkungen auf das Fahrverhalten gibt.

Bei einer laut Unu Factsheet zulässigen Gesamtzuladung des Unu Classic von 150 kg kommt man mit dem bisschen Handgepäck bei weitem nicht an die Gewichtsgrenzen. Der Koffer sitzt gut im Fußraum und durch das Einklemmen des Koffers mit den Beinen ist die Ladung aus meiner Sicht ausreichend gesichert und das Fahrverhalten wird auch nicht eingeschränkt. Bislang sah keine Polizeistreife einen Anlass mich auf dem Weg zum Flughafen für eine genauere Überprüfung anzuhalten und die Fahrt führt sich für mich absolut sicher an.

2) Die Fahrt zum Flughafen und die Tücke mit der Kraftstraße

Die größte Einschränkung bei Fahrten mit E-Roller, ist oft die Reichweite des Rollers. Der Hamburger Flughafen ist aber so zentral gelegen, dass es von der Stadtmitte bis zum Flughafen nur 11,3 km sind. Daher ist die Fahrt auch für mich von Altona-Nord aus problemlos mit einem Akku möglich. Das ist besonders geschickt, da ich keinen zweiten Akku mitnehmen muss und somit in der kühleren Jahreszeit noch genug Platz für Jacke, Schal und Handschuhe bleibt. Die will man auf der Fahrt anhaben, nicht aber bei einem Flug ins Warme mitnehmen müssen.

Herausfordernd ist jedoch die Fahrt zum Flughafen mit dem Roller. Autos und Motorräder haben hier keine Schwierigkeiten, Fahrräder schaffen es über Fahrradwege. Bei der Fahrt zum Flughafen geht es aber – je nachdem von wo man kommt – über die Alsterkrugchaussee oder die Sengelmannstraße auf die B433. Hier gibt es dann, um direkt zum Flughafen zu kommen, für ca. 600 m eine Kraftfahrstraße. Diese wird über das blaue Schild angekündigt und die Geschwindigkeitsbegrenzung wird von 60 km/h auf 80 km/h erhöht. Roller, die wie der Unu Classic auf 45 km/h beschränkt sind, dürfen nicht auf Kraftstraßen fahren. Hier sind nur Fahrzeuge zulässig, die eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h erreichen und die Bußgeldverordnung sieht bei Verstoß ein Bußgeld von 20 Euro vor.  

Positiv für die eigene Sicherheit ist, dass bei der Auffahrt auf die Kraftfahrstrecke eine eigene Spur beibehalten wird und man sich somit nicht in den schneller fahrenden Verkehr einfädeln muss. Mangels alternativen muss man sicher daher selbst überlegen ob man den kurzen Verstoß gegen die Bußgeldverordnung in Kauf nimmt oder nicht.

3) Parkmöglichkeiten am Flughafen

Mit dem Roller parken geht fast überall. Umso schöner ist es aber, dass der Hamburger Flughafen gleich mehrere Parkflächen für Fahrräder, Roller und Motorräder anbietet.

1. Parkplatz Abflugebene Terminal 1 (Google-Maps)

Folgt man den Schildern in Richtung Abflugebene/Drop-Off, kommt man direkt am ersten Parkplatz vorbei. Aufgrund der hohen Bordsteinkante muss man ein Stück weiter fahren und sich auf dem Gehweg einmal an den Passanten vorbeischlängeln. Der Parkplatz ist nicht überdacht, aber extrem nah und vom Parkplatz bis zur Sicherheitskontrolle sind es maximal 2-Minuten. Somit ist dies mein Lieblingsparkplatz.

2. Parkplatz Abflugebene Terminal 2 (Google-Maps)

Fährt man ebenso auf der Abflugebene am Terminal 1 und 2 vorbei bis zur Kurve, so sieht man den nächsten Rollerparkpatz vor dem Parkhaus P5. Dieser Parkplatz ist ebenfalls nicht überdacht und etwas weiter entfernt. Falls man aber in Terminal 2 noch an den Schalter möchte, ist er eine gute Alternative zum ersten Parkplatz.

3. Parkplatz vor dem Mietwagenzentrum (Google-Maps)

Etwas weiter von Terminal 1 und Terminal 2 – dafür aber überdacht – gibt es noch den Rollerparkplatz vor dem Mietwagenzentrum. Gerade falls der Roller etwas länger steht oder man ihn vor dem Regen schützen möchte, ist dies eine gute Alternative. Um zu diesem Parkplatz zu kommen, kann man entweder den Schildern zur Mietwagenrückgabe folgen und kann dann hinter der Mietwagenrückgabe zum Parkplatz fahren. Alternativ fährt man zum Flughafen, bleibt unten auf der Ankunftsebene und biegt hinter dem Terminal 2 rechts ab.

Vom Roller ins Flugzeug?

Für mich ist es genial, dass der Handgepäckkoffer so gut auf den Unu passt. Da ich fast nie mit Aufgabegepäck unterwegs bin, fahre ich am liebsten mit dem Roller zum Flughafen. Und auch wenn ich Taxi fahren würde oder mir ein Carsharing-Auto nehmen würde, bräuchte ich mit dem Bestellen und Zurückgeben bzw. Zahlen wohl länger, als ich mit dem Unu brauche. Unglücklich ist natürlich die Einschränkung durch die Kraftfahrstraße. Falls es bei der Rückkehr doch mal regnet, wird man entweder ordentlich naß oder muss erstmal den Roller am Flughafen stehen lassen.