Ein Elektroauto in Hamburg testen

In Hamburg gibt es verschiedenste Möglichkeiten, sich selbst hinter das Steuer eines E-Autos zu setzen und so die Vorteile der Elektromobilität sowie den Spaß am Fahren zu erleben. Ob per Carsharing, Mietwagen oder Langzeitmiete – für jeden Bedarf und Geldbeutel ist etwas dabei. Voraussetzung ist natürlich in allen Fällen ein gültiger Führerschein. Doch auch das Mitfahren kann Freude bringen.

Carsharing mit Strom

Immer mehr Anbieter von Carsharing-Diensten nehmen Elektrofahrzeuge in ihr Portfolio auf oder haben sich – wie im Falle von UFODrive – bereits voll und ganz auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb spezialisiert. Ein E-Auto in Hamburg zu mieten ist also schnell erledigt und kostet je nach Fahrdauer keine Unsummen an Geld. Ein kurzer Trip zum Testen des Fahrgefühls, der Beschleunigung sowie der Geräuschkulisse kann einen durchaus bleibenden Eindruck bei dem/der Fahrer:in hinterlassen und ich rate E-Neulingen absolut dazu. Mich hat meine erste Fahrt mit einem BMW i3 von (damals noch) DriveNow umgehauen und meine Sicht auf das Automobil nachhaltig verändert.

Übersicht an E-Carsharing Diensten in Hamburg:

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Reinelektische Autos von SHARE NOW: BMW i3 & Smart EQ
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Bei SIXT share ist man elektrisch hauptsächlich mit dem Renault Zoe unterwegs
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Auch bei cambio ist man mit der Zoe elektrisch unterwegs
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STARCAR bietet in ihrem Carsharing-Programm ebenfalls den i3 und die Zoe

Ob die weiteren Carsharing-Dienste wie Miles, Flinkster oder greenwheels E-Autos anbieten, ist den Websites bzw. den Apps nicht zu entnehmen. Der Anbieter ubeeqo ist seit Kurzem zudem nicht mehr in Hamburg aktiv, hatte allerdings meines Wissens ebenfalls kein Elektrofahrzeug im Portfolio. Der in Berlin ansässige Service WeShare hat es mit seinen 1.500 e-Golf leider noch nicht über die Grenzen der Hauptstadt hinausgeschafft.

Als Alternative können auch die privaten Carsharing-Dienste getaround und SnappCar in Betracht gezogen werden. Über diese Plattformen können Privatpersonen ihre Fahrzeuge zur Miete zur Verfügung stellen. Diese Websites bieten Filtermöglichkeiten für die Antriebsarten an und bei einer ersten Suche wurden mir bereits verschiedene elektrische Modelle vorgeschlagen. Über die Qualität dieser Dienste kann ich jedoch leider keine Auskunft treffen, da ich sie selbst noch nicht genutzt habe.

Elektrische Kurz- oder Langzeitmiete

Möchte man ein Elektroauto länger als nur ein paar Stunden fahren, lohnt es sich, einen Blick auf die klassischen Autovermietungen (z.B. AVIS, Enterprise, Europcar, Sixt, Starcar) zu werfen. Einige bieten durchaus E-Autos, auch wenn diese dort eher als Luxusvarianten gelistet werden. Eine Anfrage über eine der Meta-Such-Dienste wie HAPPYCAR oder billiger-mietwagen.de führte bei meiner Suche ebenfalls zum Erfolg.

Für noch längere Mietdauern kann ich den Anbieter nextmove bedingungslos empfehlen. Nextmove bietet nicht nur E-Autos als "Abo" oder zum Kauf an, sondern ist als Anbieter und "Content Provider" der Spezialist rund um das Thema Elektromobilität in Deutschland. Das merkt man immer dann ganz besonders, wenn man sich eines der vielen, unglaublich guten Testvideos auf Youtube anschaut:

nextmove
Du interessierst dich für Elektromobilität? Dann bist du bei nextmove richtig - wir lieben und leben Elektromobilität. Als Experten berichten wir regelmäßig ...

Lautlos chauffiert werden

Auch ohne Führerschein oder den Wunsch ein E-Auto selbst zu fahren, kann dennoch ein solches Fahrzeug speziell in Hamburg wunderbar getestet werden – und zwar als Mitfahrer. Mit dem Ridesharing-Anbieter und VW Spin-off MOIA lassen sich beispielsweise Touren in deren elektrischen Kleinbussen unternehmen. MOIA bietet hierfür eine sehr hochwertige App an, die es ermöglicht, eine solche Fahrt zu buchen und diese an einem von mehreren tausend Haltepunkten in Hamburg zu starten. Während der Fahrt kann es sein, dass noch weitere Passagiere eingesammelt und/oder wieder herausgelassen werden. So kann es vorkommen, dass für die eigene Route kleinere Umwege gefahren werden. Der Fahrpreis liegt dadurch jedoch in der Regel unter dem einer Taxifahrt. Die Busse bieten sechs großzügige Sitze, kostenloses WLAN sowie je einen USB-Anschluss zum Laden des eigenen Handys. Durch das elektrische Gleiten und die komfortable Ausstattung der Busse fühlt sich die Fahrt sehr angenehm an und macht das Mitfahren eines Elektroautos erlebbar. Wer also nicht unter hohem Zeitdruck steht, dabei gegenüber einer Taxifahrt bares Geld sparen möchte und gewillt ist, einen Kleintransporter mit anderen Fahrgästen zu teilen, ist bei MOIA an der richtigen Adresse. Auf die aktuell nötigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen wird natürlich geachtet. So ist es bspw. Pflicht, während der Fahrt einen Mund-/Nasenschutz zutragen. Die Anzahl der mitfahrenden Personen wurde zudem begrenzt.

Quelle: Moritz Kindler / Unsplash

Neben MOIA kann auch bei der Wahl eines zu bestellenden Taxis über die FREE NOW App die Variante "Eco" gewählt werden. Bezeichnet wird diese Variante als "Umwelttaxi – Unsere umweltfreundliche Flotte mit elektrischem oder Hybrid-Antrieb.". Es handelt sich also nicht in jedem Fall um ein reines E-Auto.

Ein ähnliches Konzept, jedoch mit dem Versprechen eines 100% elektrischen Transports, bietet Uber mit der Variante Uber Green. Interessanterweise scheinen sowohl FREE NOW als auch Uber keine höheren Kosten für die umweltfreundlicheren Varianten ihrer Fahrdienste zu verlangen. Auch bei der Verfügbarkeit ist in meinen Tests kein Nachsehen gegenüber den Verbrennerfahrzeugen ersichtlich gewesen.

CleverShuttle – ein weiterer umweltfreundlicher Ridepooling-Dienst hat Ende 2019 seinen Service in der Hansestadt leider eingestellt. Neben E-Autos fuhr man bei CleverShuttle sogar mit Wasserstofffahrzeugen. Leider war der Dienst in Hamburg nicht rentabel.

E-ÖPNV

Interessanterweise ist man in Hamburg zudem nicht nur mit dem Zug im öffentlichen Nahverkehr elektrisch unterwegs. Die HOCHBAHN möchte bis 2030 die gesamte Flotte auf emissionsfreie Antriebe umstellen. Seit Ende 2019 sind bereits die ersten 30 E-Busse in Hamburg unterwegs.

Selbst die Hamburger Polizei fährt zum Teil elektrisch. Sicher kein ÖPNV im eigentlichen Sinne – eine nicht ganz freiwillige Mitfahrt in einem E-Opel ist beim hanseatischen Exekutivorgan dennoch nicht ausgeschlossen.

Polizei Hamburg flottet Ampera-e als Streifenwagen ein - electrive.net
Die Polizei Hamburg hat die ersten sieben von insgesamt 16 Funkstreifenwagen mit Elektroantrieb in Empfang genommen. Es handelt sich um den Opel Ampera-e. Die Elektro-Flotte wird laut Polizei überwiegend im Rahmen der lokalen Präsenz für die Verkehrsraumüberwachung eingesetzt werden. Das bedeutet, d…

Ich hoffe, ich konnte dir zeigen, wie einfach es in Hamburg ist, das elektrische Fahren auszuprobieren. Für Tipps zu Probefahrten auf einem E-Bike oder E-Roller verweise ich gern an meine Mitautoren Andi und Lukas. Überlegst du tatsächlich, dir ein E-Auto zuzulegen, biete ich geführte Probefahrten in meinem Tesla Model 3 an. Schreib mir hierfür einfach eine Email an:

probefahrt [at] lautlos [punkt] hamburg


Titelbild-Quelle: Bram Van Oost | Unsplash