Noch bevor ich im Jahr 2019 mit dem Kauf eines E-Autos in die Welt der Elektromobilität eingestiegen bin, hatte ich mich bereits mit dem Thema Laden eines solchen Fahrzeugs auseinandergesetzt. Neben verschiedenen Ladeanschlüssen und -geschwindigkeiten (Stichwort: Gleichstrom vs. Wechselstrom) gibt es beispielsweise auch unterschiedliche, sogenannte Roaming-Anbieter, die für den Start und die Bezahlung eines Ladevorgangs in Frage kommen. Anfangs klingt dies kompliziert und ich höre auch immer wieder das Argument gegen Elektromobilität, dass diese Anbietervielfalt einem wahren Chaos gleicht – doch in der Realität ist das Laden eines E-Autos wirklich sehr simpel.

Dennoch möchte ich dir hier ein paar Tipps für Smartphone-Apps geben, die ich gerne nutze, um meine Ladeerlebnisse noch komfortabler zu gestalten. Der/die eine oder andere wird sich nämlich bereits gefragt haben, bei welchem Roaming-Anbieter man an den entsprechenden Ladesäulen sparen kann. Oder aber auch, wie ich meinen nächsten Ausflug plane, ohne mir dabei viele Gedanken um den Batteriestand meines Fahrzeugs machen zu müssen. Ist eine bestimmte Ladesäule in meiner Nähe besetzt? Dann ist es ein Leichtes, sich informieren zu lassen, wenn sie wieder frei ist. Kann man beim Laden, ähnlich wie bei Payback, Punkte sammeln? Kein Problem – denn hier kommen meine Lieblings-Apps für E-Auto-Fahrer:innen.

1) Moovility

Nicht unbedingt die allerschönste App, dennoch bietet Moovility einen großen Nutzen für Sparfüchse und die, die es noch werden möchten. Neben Standardfunktionen wie dem Auffinden von Ladesäulen in der Umgebung, dem Filtern von Lademöglichkeiten nach AC-/DC-Anschluss, der Ladegeschwindigkeit oder Steckerart, bietet Moovility einen – wie ich finde – tollen Vorteil gegenüber vergleichbaren Apps: Moovility gibt Auskunft darüber, welche Kosten bei welchem Roaming-Anbieter an dem jeweiligen Ladepunkt anfallen. So lassen sich die unterschiedlichen Tarife und Abrechnungsmodelle (Euro/Zeiteinheit bzw. Euro/kWh sowie Pauschalpreise) sehr einfach gegenüberstellen, um einzuschätzen, ob beim Laden der ein oder anderen Euro gespart werden kann.

Die App von Moovility gibt es für iOS und Android. Die Links zu den Stores findet ihr über den Link oben (Quelle: Youtube)

Die App von Moovility lässt sich zudem bequem per Siri (unter iOS) ansteuern und zusätzlich wird ein Alexa-Skill angeboten. Über Sinn und Unsinn dieser Features lässt sich natürlich streiten.

Update (31.07.2020): Neben Moovility kann ich inzwischen sehr die App Chucca empfehlen. Diese zeigt ebenfalls die unterschiedlichen Bezahlmöglichkeiten und Preise an einer Ladesäule und lässt sogar nach kostenlosen Angeboten filtern. Chucca basiert dabei auf einer riesigen Datenbank und die App ist wirklich sehr gut gestaltet und intuitiv bedienbar.

2) A Better Routeplanner

Wie der Name bereits verrät, bietet A Better Routeplanner (ABRP) einen Service zum besseren Planen von Routen – insbesondere in Hinblick auf längere Strecken, die mit Elektrofahrzeugen zurückgelegt werden wollen.

ABRP erwartet als Eingabeparameter mindestens die Fahrzeugmarke und das konkrete Model (möglichst genau, z.B. Tesla Model 3 Long Range, All Wheel Drive mit 19" Felgen) mit dem die Strecke zurückgelegt werden soll, sowie den Abfahrtsort und das zu erreichende Ziel. Natürlich können – ähnlich wie bei Google Maps – Zwischenziele hinzugefügt werden. Anschließend berechnet das Tool die Fahrstrecke und schlägt dabei – abhängig von der Reichweite des angegebenen Fahrzeugs – Ladestationen auf dem Weg sowie die Zeit vor, die für das Laden an eben diesen Orten eingeplant werden sollte.

Die Berechnung der Fahrstrecke beinhaltet viele Detailinformationen rund um das Laden des E-Autos (Quelle: Screenshot)

Für eine Fahrt von Hamburg Hoheluft-West nach Berlin Lichtenberg mit meinem Model 3 wird beispielsweise ein Zwischenstopp am Supercharger (den Schnellladestationen aus dem Hause Tesla) für gerade einmal sieben Minuten vorgesehen, um so eine Gesamtfahrtzeit von knapp unter drei Stunden zu erreichen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Berechnung bei moderater Fahrweise durchaus realistisch ist. Die Berechnung sieht weiterhin vor, dass ich mit 90% Batteriestand losfahre und am Ziel noch 10% übrig habe. Diese Werte lassen sich ebenfalls konfigurieren. Aber auch hier muss ich sagen, dass das sehr gut hinkommt.

Da das Model 3 diese Berechnung und Empfehlung durch das integrierte Navigationssystem selbst tätigen kann, würde ABRP hier keinen überwältigenden Vorteil bringen. Da ABRP jedoch verschiedene Ladeanbieter mit einbezieht und man die Planung bequem vom heimischen Sofa aus durchführen kann, ist ABRP dennoch ein interessanter Tipp. Die App wird zudem regelmäßig aktualisiert und erweitert.

3) Smoov

Mit Smoov hat das niederländische Unternehmen Allego eine App entwickelt, die es, wie viele andere Apps auch, ermöglicht, Ladestation auf einer Karte bzw. in der Umgebung zu finden, Informationen zu eben diesen zu erhalten und Ladevorgänge zu starten und zu bezahlen.

Hübsches Design und gute Features – die App von Smoov (Quelle: smoovapp.eu)

Ein kleines, feines Feature hat mich die App jedoch auf diese Liste platzieren lassen: Smoov erlaubt es Ladestationen als Favorit zu speichern und zu überwachen. Letzteres ermöglicht es der App, dass sie mich informiert, sobald meine favorisierte Ladesäule frei wird. Für mich, dem am heimischen Parkplatz keine Lademöglichkeit zur Verfügung steht, ist dieses Feature durchaus interessant. Insbesondere da die Ladesäulen Hamburgs zum Teil heiß begehrt sind – auch wenn tatsächlich sehr viele in der Hansestadt zur Verfügung stehen. In der direkten Umgebung unserer Wohnung gibt es durchaus einige Ladepunkte, doch sind diese gerade abends sehr gut besucht und ich freue mich immer, wenn mir Smoov Bescheid gibt, dass ich mich auf den Weg machen kann, um quasi zu Hause laden zu können.

4) &Charge

&Charge bietet mit ihrem Service ein Payback ähnliches Programm für Elektroautofahrer:innern an. Das ermöglicht es, bei &Charge-Partnern nette Bonuspunkte in Form von Ladeguthaben zu sammeln. Zusätzlich werden den Nutzern Aktivitäten und Angebote in der Umgebung eines genutzten Ladepunkts präsentiert, um so das Shoppen während einer Lade-Session noch attraktiver zu gestalten.

Quelle: global-electric.club

Wer also gewillt ist, dass verschiedene Online-Einkaufsvorgänge über einen Anbieter getunnelt werden, um so beim Laden des Elektroautos zu sparen, ist bei &Charge an der richtigen Adresse. Ich hatte den Service in der Beta-Phase getestet, jedoch nicht weiter genutzt. Payback nutzende E-Auto-Fahrer:innen werden diese App hingegen lieben.


Lade-Apps | Boris' Kommentar

Sucht man in den entsprechenden App-Stores nach Begriffen wie "Elektromobilität", "E-Auto" oder ähnliches, erscheinen viele Apps, die vor allem Ladestationen auf Karten darstellen und es dem Nutzer erlauben, die Ladevorgänge zu starten und natürlich zu bezahlen. Der Umfang der Funktionen ähnelt sich bei den unterschiedlichen Anbietern stark. Diese Liste soll eine kleine Auswahl an Apps darstellen, die meiner Meinung nach – aufgrund der beschriebenen Features – aus der Masse herausstechen.

Schreib uns gerne und berichte von deinen Lieblings-Apps und Tipps rund um das Laden von E-Autos.

Titelbild-Quelle: Clay Banks | Unsplash