Mein erstes Mal

Über die riesige Auswahl bei E-Bikes hatte ich geschrieben – und dabei musste ich mich vollkommen auf Testberichte und offizielle Webseiten berufen. Entscheidend ist aber das eigentliche Fahrgefühl, weshalb ich mich direkt für eine Probefahrt mit dem VanMoof S3 angemeldet habe. Nun war es endlich soweit.

Das Rad

Meine erste Fahrt mit einem E-Bike. Und es machte ordentlich Spaß. Das Rad ist wirklich sehr schick. Ein mattes Schwarz, sauber verarbeitet und man sitzt bequem. Das integrierte Licht sieht gut aus und kleine Details wie die geschützte Kette oder simplen Scheibenbremsen wirken durchdacht. Eine Federung fehlt, aber die dicken Reifen versuchen Unebenheiten so gut wie möglich abzufangen. Der Sattel war in Ordnung, nach 30 Minuten Testfahrt störte er nicht. Das VanMoof S3 ist mit seinen 19kg kein Leichtgewicht, während der Fahrt stört das aber überhaupt nicht.

Das Fahrgefühl

Der Motor unterstützte relativ schnell bei der eingestellten höchsten Unterstützungsstufe. Das Gefühl gezogen zu werden (Frontantrieb) fand ich ungewohnt, aber dennoch gut. Der Boost-Button brachte mich in wenigen Sekunden auf die maximal erlaubten 25km/h. Suchtgefahr, auch wenn man die Geschwindigkeit nicht wirklich wahrnimmt. Man überholt andere Radfahrer mühelos, wünscht sich aber noch mehr Tempo. Liegt vielleicht auch daran, dass ich die Fahrt mit einem E-Roller verglich. Denn ich musste nicht viel treten – das Gefühl einer kleineren Stadt kann ich also sehr gut nachvollziehen. Wie es außerhalb der Stadt ist, wenn man auch mal schneller fahren möchte, kann ich schwer beurteilen. In 30 Minuten konnte man mühelos durch die gesamte Innenstadt fahren, ohne ins Schwitzen zu kommen – fuhr aber auch selten ohne Unterstützung. Dabei war der Motor dezent hörbar, aber nicht störend. Die Schaltung war dafür doch recht auffällig. Immer wieder sprang der Gang – das Muster war teilweise nicht nachvollziehbar. Man sagte mir: "Man gewöhnt sich daran". Für mich der größte Kritikpunkt.

Unterwegs mit dem VanMoof S3 – danke Boris für das Bild!

Das Drumherum

Die App konnte man leider nicht testen, aber dafür zeigte man mir das Kicklock. Mit einem leichten Tritt gegen einen Schalter am Hinterrad ist das gesamte Rad verschlossen. Sehr einfach und die Alarmanlage reagiert direkt. Kein großes unhandliches Schloss. Kein Schlüssel. Per Tastenkombination war das Fahrrad direkt wieder einsatzbereit. Das Display im Rahmen ist okay, aber nicht immer lesbar – je nach Lichteinfall. Es zeigt die Geschwindigkeit (okay) und den Akkustand (sinnvoll). Eine integrierte Halterung für das Smartphone fände ich sinnvoller, um parallel navigieren zu können.

Das Fazit

Ich mochte das Rad! Es fühlt sich gut an durch die Stadt zu gleiten. Der Motor zieht in Kombination mit dem Boost-Button und ich komme mühelos durch die Innenstadt. Einzig die Schaltung hinterließ einen gewissen Beigeschmack. Meine Vorbestellung habe ich jedenfalls nicht storniert – freue mich aber auf meine Testfahrt mit dem Cowboy.

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Alle Infos und die Anmeldung zur Testfahrt findet ihr auf der offiziellen Seite

Titelbild-Quelle: VanMoof